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HOST x DESIGN

Titel: Be my Guardian Angel
Pairing: Aija x Julian, Vivian als "Engel" [Lovex]
Altersfreigabe: FSK18
Claimer: Storyline ist mir im halbschlaf eingefallen, entspringt also meiner Fantasie
Disclaimer: Aija ist meine Figur, sie existiert nicht (hoffe ich für sie), Julian, Vivian und alle anderen vorkommenden Wesen gehören im besten Falle sich selbst ^^
Warnung:  Drugs, Rape, Selbstverletzung; greift zum Anfang härtere Themen auf. Don't like, don't read!!!

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Chapter 1 - Wege des Schicksals [PoV Aija]

War es nicht wie immer?
Die lange Nadel stach sich in meine dünne Haut, gab ihren schönsten Helfer an meine Venen ab und ein Seufzen entrang meiner Kehle, hoffte darauf zu betäuben um das zu tun, was ich immer tat, mich zu verkaufen.
Ich hatte nie etwas anderes gemacht, seit dem Tag, an dem er mir meine Unschuld gebrochen hatte. Warum er das gemacht hatte wusste ich bis heute nicht.
Für normal würde ich gern Menschen meiden, würde gerne gehen, wenn sie mich angucken, wenn sie mich begehren, all die Männer, die meine langen Beine genau ansehen, die mich mustern, mitnehmen. Sie nehmen mich in billige Absteigen mit, das einzige, was ich als Dach über den Kopf bekomme. Es ist die einzige Möglichkeit für mich ein wenig Wärme in den kalten Wintern Finnlands zu bekommen.
Doch hier war ich nicht geboren. Ich war hier hin geflüchtet, denn sie hatten mir versprochen, dass ich es hier besser haben würde.
Das Mittel wirkte und ich raffte mich auch, legte alles beiseite, packte es in meine nur allzu kleine Umhängetasche und gab mich meinem derzeitigen Schicksal hin. Ich war betäubt, war bereit mein Geld zu verdienen. Schmutziges Geld auf den schmutzigsten Straßen in Tamperes.
Wie es dazu gekommen war? Die Geschichte ist lang.
Viel zu lang, als das ich sie auf einmal jemandem erzählen möchte. Sie kostet Kraft, hat mir meine beraubt.
Er hatte lange strubbelige Haare, schien ungepflegt und doch nahm er mich mit. Fasste mich an, ich wollte es nicht. Ich wollte es nie und doch musste ich es. Um erneut vergessen zu können, um erneut das Gefühl zu vergessen wertlos zu sein.
Ich war es.
Sie hatten mich getreten, sie hatten mich geschlagen, sie hatten mir Sachen an den Kopf geworfen, die ich heute noch mehr als deutlich im Gedächtnis hatte.
‚Du bist fett du olle Hure!’ Immer wieder die gleichen beleidigenden Worte.
Dabei aß ich kaum etwas. Wenn ich es mir leisten konnte vielleicht einen Apfel, ein Stück Brot oder ein Joghurt, doch mein bester Freund war meine Droge. Die, die mich am Leben erhielt.
„Na komm schon kleine, zier dich nicht so!“ Schrie mich der Typ an und packte hart an meinem Oberarm zu, dass man Angst haben musste er würde gebrechen.
Voller Angst in den Augen starrte ich ihn kurz an, ehe ich mich meinem Schicksal hingab und seinen harten Penis in den Mund aufnahm. Es war nur ein Blow Job. Von den anderen Sachen bekam ich mehr Geld, würde nicht so viel machen müssen um erneut an meine Droge kommen zu können und anschließend mich zurückziehen zu können, in mein kleines Versteck, am Rande einer Seitenstraße.
„Saug schon…!“ Seine Worte trafen mich nicht. Mir war es egal, ich versuchte das Beste daraus zu machen, aus Angst sie würden mich wieder schlagen. Doch ich genoss nichts, während ich begann meinen Lippen über seine harte Länge gleiten zu lassen, an seiner Spitze zu saugen und ihn nur langsam in den Höhepunkt zu treiben, wie er es wünschte. Langsam… Konnte es nicht schneller gehen?
Hart stieß er ein letztes Mal in meine warme Mundhöhle und ich spürte den warmen Saft in meiner Kehle, fiel zu Boden, begann zu würgen und übergab mich vor seine Füße.
„Verdammte Hure!“ Schrie er mich an und wieder spürte ich diesen wohlbekannten Schmerz in meiner Magengrube, als er mir unerbitterlich hinein trat.
Nur ein leises Wimmern war aus meiner Kehle zu hören, ein Wimmern der Gebrochenheit. Sie hatten es schon längst geschafft, dass ich nicht mehr um Gnade flehte, wenn sie mich schikanierten.
Doch plötzlich ließ er von mir ab, schmiss mir einen 20 Euro Schein zu. „Das ist mehr als du verdient hast du dreckiges Weib!“ Schrie er erneut und verschwand.
Es war weniger als normal, doch wehren konnte ich mich schon nicht mehr.
Tränen lagen in meinen Augen, die ich in der Stille hinwegwischte, mich unter leisem schmerzvollem Stöhnen aufrichtete und das Geld einsteckte, ehe ich ins Bad ging, wo ich mir voller Ekel die Mundhöhle ausspülte.
Mein Blick blieb am Spiegel hängen, als ich mich aufrichtete und mir sah ein junges Mädchen entgegen. Kaum hatte ich mich verändert seitdem ich vor 4 Jahren von zu Hause gegangen war. Dunkle lange Haare lagen über den dünnen Schultern. Ein enganliegendes, schon abgenutztes Top versteckte nichts. Ich war dünn, doch wollte ich es nicht wahr haben. Ich war am Rande meines Lebens und doch wollte ich nicht Schluss machen mit ihm, denn da war immer noch dieser kleine Funke Hoffnung in meinem Herzen, dass es wieder so werden konnte wie früher. Bevor mein Vater starb. Wir waren doch glücklich…
Nachdem ich meine wenige Schminke erfrischt hatte war auch ich gegangen. Es war eine billige Abstiege, wie immer, doch ich war froh nur wenige Minuten in der Wärme verbracht haben zu können.
Nur ein dünnes Jäckchen trug ich zusätzlich, es war offen, weil die Männer es nicht gern sahen, wenn man es schloss.
Zitternd ging ich die belebten Wege der Musikerstadt herunter. Ich hatte Angst vor all diesen Menschen, spürte dass ich bald wieder meinen Stoff brauchte, damit ich sie wieder vergessen konnte.
An einer weniger belebten Ecke lehnte ich mich gegen eine Hauswand. Plötzliche Tränen überfluteten mein Gesicht und ich sank kraftlos auf den kalten Boden hinunter, zog meine dünnen, unbedeckten Beine heran. Die Haut war eiskalt.
Ich war allein, ich wollte es sein, doch war ich es nicht und würde es niemals schaffen allein zu sein.
Erneute Gedanken über eine Erlösung legten sich dahin, doch schob ich sie beiseite. Ich wollte nicht aufgeben, ich hatte es all die Jahre nicht getan. Ich wollte nicht kleinbei geben.
Schritte ließen meine Tränen verstummen. Schritte, die mich aufsehen ließen, weil sie direkt vor mir zum stehen kamen.
Aus leerem Blick erhob ich mein Gesicht und sah dem ganz in schwarz gekleidetem Mann entgegen. Ein Mann, wie ich ihn noch nie gesehen hatte…

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Chapter 2 - Brauchst du Hilfe?! [PoV Vivian]

Das ist doch nicht zu fassen.
Manchmal geht wirklich alles schief, was schief gehen kann.
Nachdem mir heute schon die dritte Saite meiner Lieblingsgitarre gerissen war, hatten wir es aufgegeben zu proben. Dabei hatten wir morgen ein Konzert.
Aber sollte die Generalprobe nicht immer schief gehen und anschließend wird die große Prüfung umso besser?
Na mal schauen, wirklich dem Ganzen vertrauen konnte ich nur leider nicht.
Nun gut, so hatte ich mich eben in meinen warmen Mantel geschmissen, hatte mich von den Jungs verabschiedet und war nun auf dem nach Hause Weg.
Nachdenklich ging ich meines Weges. Ich hatte heute Abend noch eine Verabredung. Mit wem? Mit einer jungen, hübschen Dame namens Kara. Wir hatten uns vor einigen Tagen zu diesem „Date“, wie es die Jungs geschimpft hatten, verabredet, doch wirklich Lust hatte ich darauf keine, da sie mir zwar sympathisch war, ich aber im Moment nicht wirklich dazu bereit war eine neuerliche Beziehung aufzubauen, da die letzte erst vor einigen Wochen in die Brüche gegangen war.
Schwer seufzte ich und lief in meinen schweren Stiefeln durch die Straßen Tamperes, auf dem Weg nach Hause, hatte die Hände in meinen warmen Manteltaschen vergraben und mein Gesicht versucht so gut es ging in meinem Schal zu verstecken.
Erst ein leises Schluchzen, das an meine Ohren drang, ließ mich stehen bleiben.
Ich schaute mich um und entdeckte direkt neben mir ein junges, dünnes und spärlich bekleidetes Mädchen. Warum saß sie hier wohl?
Nachdenklich und leicht verwirrt beobachtete ich sie, doch konnte ich mir kaum einen Reim daraus machen.
Vorsichtig bewegte sie sich und sah nun direkt zu mir hinauf. Ich blickte in ihre dunklen, großen Augen, die vor Angst nur so schrieen und ganz gläsern wirkten. Was wohl geschehen war?
Es kam mir vor wir Stunden, in denen wir uns einfach anblickten, bis sie den Blick senkte und begann noch stärker zu zittern, als sie es eh schon tat. Hatte sie Angst oder fror sie?
Wahrscheinlich eher zweiteres, denn sie war ja nicht wirklich arm gekleidet, was bei diesen Temperaturen zum Tod führen könnte, wenn man nicht aufpasste.
„Hei…“ Sagte ich leise, behutsam. Warum ich so viel Vorsicht in meine Stimme legte wusste ich nicht, doch im nächsten Moment wurde mir nur bestätigt, dass es wohl besser gewesen war, denn das junge Mädchen verkrampfte sich unwillkürlich.
Leise ging ich in die Hocke vor ihr.
In dem Moment waren mir die umhergehenden und gaffenden Menschen egal. Sollten sie schauen, mich interessierte es, was mit diesem Mädchen war.
Doch als sie bemerkte, dass ich auf Augenhöhe mit ihr war, versuchte sie sich noch näher in die dortige Hauswand zu drücken, schien fliehen zu wollen.
„Was… was willst du?!“ Fragte sie mit gebrechlicher Stimme und mir legte sich eine Gänsehaut über den Körper. Ich wusste nicht was geschehen war, doch hatte ich das Gefühl, dass es etwas Schlimmes gewesen sein musste.
Ein beruhigendes Lächeln legte sich auf meine schmalen Lippen.
„Ich will dir nichts tun, hab keine Angst!“ Sagte ich warm, blieb jedoch auf abstand, auch wenn ich ihr liebend gern meinen Mantel geben wollte. Doch wahrscheinlich würde ich sie eher damit verscheuchen als ihr vorerst zu helfen.
„Das sagen sie alle!“ Zischte sie, doch stand hinter ihrer Stimme keine Stärke. Sie versuchte sich immer mehr zu verkriechen. Ihre nackten Beine waren schon leicht blau angelaufen, was mir Sorgen bereitete.
Was hatte man dieser jungen Seele nur angetan? Wer hatte ihr da vor allem angetan? War sie nicht genauso unschuldig wie jedes andere Kind?
Wie alt sie wohl sein mochte?
„Ich bin Vivian!“ Sagte ich ruhig und ließ mich auf meine Knie hinabsinken, auf den kalten, harten Steinboden.
Neugierde blitzte in den Augen des jungen Mädchens auf, als sie aufsah, mich aus Angst musterte und sich auf die sinnlichen, spröden Lippen biss.
„Und wie heißt du?!“
Ich wollte an sie heran kommen, ich hatte Mitleid.
Mitleid mit diesem unglaublich zerbrechlichen Wesen, das schon in so jungen Jahren so gebrochen schien.
„Aija… Aija Kukka.“ Flüsterte sie mir entgegen und ich setzte ein liebliches, zufriedenes Lächeln auf meine Lippen, musterte sie neugierig, ihren Hilfesuchenden Blick, den sie dennoch immer noch versuchte zu verstecken. Sie suchte Hilfe, doch hatte sie nie eine bekommen.
Ich wusste nicht warum ich das hier tat. Warum ich meine Sorgen vergaß, warum ich das morgige Konzert und die letzte Probe verdrängte und mein Date heute Abend aus meinem Kopf verbannte, doch wollte ich ihr helfen, egal wie.
Sie schien es nicht verdient zu haben, schien es nicht verdient zu haben hier zu sitzen, zu frieren.
Und der erste Schritt zu ihrer Hilfe war getan, indem sie mir ihren Namen verraten hatte. Ein Name, so schön und ehrlich, wie es zu solch einem schönen Mädchen nur passte.
Aija Kukka… Ich werde dir helfen, egal wie ich das schaffe.

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Chapter 3 - Nur ein Spiel?


Er war so ruhig, er war so nett. Was war geschehen? Warum war er so anders als die, die mir bis jetzt über den Weg gelaufen waren?
Noch immer zitterte ich am ganzen Leib, hatte meine Arme um meinen dünnen Körper geschlungen und sah diesen Mann, er hatte sich als Vivian vorgestellt, aus verstohlenem Blick an, senkte schließlich eben diesen und kaute nervös an meiner Unterlippe herum.
Ob er wohl nur ein Spiel spielte?
[i]“Es ist nur ein Spiel, ein Spiel der Liebe, es wird dir Spaß machen!“[/i]
Noch genau höre ich seine Worte. Er hatte gesagt es würde nicht wehtun, doch er hatte mich gebrochen und trotzdem ich laut geschrieen hatte, hatte er nicht von mir abgelassen. Er hatte weitergemacht, hatte unerbärmlich in mich hineingestoßen. Überall war Blut, es tat schrecklich weh, noch heute träume ich manchmal von diesen unerträglichen Schmerzen, die er mir bereitet hatte, wenn es ihn wieder überkam.
Mutter? Sie hatte nichts gesagt, sie hatte ihn machen lassen.
Erneut traten Tränen in meine Augen und ich legte meine Hände auf meine Ohren, kniff die Augen zusammen und formte auf meinen Lippen einen stummen Schrei.
Mach doch dass sie gehen, die Gedanken, die Erinnerungen, sie waren so schrecklich. Mach dass sie verschwinden!
Ich wusste, ich brauchte meinen Stoff, ich brauchte das Mittel zum Vergessen, doch würde ich es womöglich nicht bekommen.
Ich hatte doch nur diesen Schein, diese 20 Euro. Ich wusste nicht wohin. Ich würde nichts bekommen. Nichts, was mir helfen würde zu vergessen.
Der Mann, ich hatte ihn ausgeblendet, bis ich auf einmal eine warme, weiche Hand auf meinem kalten Knie spürte, ängstlich versuchte zurückzuweichen und Vivian mit flehendem Blick ansah.
Er sollte gehen, ich wollte niemanden um mich haben, sie waren doch alle schlecht zu mir.
Sie hatten mich geschlagen, genommen, getreten, mit Worten beschimpft. Eine fette Hure hatten sie mich genannt, eine Hexe, jemand, der es nicht wert war zu leben.
Und doch lebte ich. Sie würden am liebsten das Gegenteil wissen, vor allem die anderen Mädchen auf der Straße. Ich wäre weniger Konkurrenz für sie.
„Aija…“ Die Stimme drang nur langsam an meine Seele und ich blickte Vivian aus leerem Blick an, versuchte seinen Worten zu lauschen.
„Hast du ein Zuhause? Soll ich dich Heim bringen?!“
Hah, welch Hohn. Seit Jahren schon hatte ich kein Zuhause mehr, durfte nicht mehr mein Heim schimpfen. Nichts. Ich war allein, seit er mir meine Unschuld raubte und Mutter so böse wurde, weil er gehen musste, ins Gefängnis, denn seine Freunde hatten alles gesagt.
Ich war zu diesem Zeitpunkt verstummt gewesen, sagte noch heute kaum ein Wort, meine Stimme war gebrechlich und ungeübt.
Nichts erwiderte ich auf Vivians Frage, legte lediglich meinen Kopf zur Seite, begann noch stärker zu zittern, spürte bereits, wie  sich Panik in mir breit machte. Was, wenn ich jetzt hier bleiben musste? In meinem Wahn, mit rasendem Herzen, nach meinem Stoff lechzend?
Wie vom Blitz getroffen stand ich auf. Vivian stolperte rückwärts, er schien sich wohl erschreckt zu haben, oder nicht? Ich wusste es nicht, es war mir egal, er ging mich nichts an. Oder war er doch einer von diesen Männern?
Schwer schluckte ich, stand auf zittrigen Beinen und musterte den schwarzhaarigen erneut. Er war groß gewachsen, schlank, hatte schöne Augen und ein sympathisches Gesicht. Sicher hatte er viel Geld und eine Frau zu Hause, eine Frau die er betrügen wollte, wie so viele andere von ihnen.
Misstrauen.
Ich kannte kein Vertrauen, schon seit Jahren nicht mehr.
Ich kannte es nicht einem Menschen völlige Hingabe zu schenken, lebte seit mein Vater verstarb in ständiger Anspannung. Und nicht nur Mutter war daran schuld gewesen.
„Aija...“ Wieder mein Name und mein leerer Blick verriet Vivian nichts was ich dachte. Ich starrte vor mich hin, spürte mein herz rasen und spürte wie langsam meine Kräfte weiter schwanden.
Ich musste weg von hier. Ich musste weg von ihm, musste jemanden finden, der mir meinen Stoff gab, auch für das Geld, was ich besaß, auch wenn es nur wenig war.
Lass mich gehen.
Doch er blieb.
Ich wollte gehen, wollte fliehen, wollte endlich wieder vergessen können. Doch in dem Augenblick, in dem ich meinen Fuß vorsetzte wurde mir auf einmal schwarz vor Augen.
Bitte hilf mir, ich habe doch nichts getan…
Vivian, hilf mir!

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Chapter 4 - Menschheit?

Wollte sie nicht nach Hause?
Hatte sie womöglich kein zu Hause?
Schwer schluckte ich bei dem Gedanken und beobachtete das junge Mädchen interessiert mit etwas fragendem Blick. Sie hatte wässrige Augen und schien nicht ganz anwesend zu sein in ihren Gedanken.
Was ist dieser Seele wohl geschehen? Immer wieder schwirrte mir diese eine Frage durch den Kopf.
„Aija?!“ Fragte ich sie leise, wollte fragen, was mit ihr war, wollte wissen, wie ich ihr helfen konnte, doch schien sie kaum zu reagieren.
Ein weiteres Mal sprach ich sie an, doch erneut kaum eine Reaktion. Sie schien wie weggetreten, weswegen mich ihre nächste Reaktion noch mehr erstaunte, als sie auf einmal vortrat, jedoch im nächsten Moment ihre Augen verdrehte und schloss, ehe sie mit einem dumpfen Laut auf dem Boden aufkam.
Leicht erschrocken wich ich zurück und ich hörte von umliegenden Leuten die geschockten Reaktionen.
Etwas irritiert und noch leicht überfordert sah ich mich um, sah auf meine Uhr.
Noch etwa eine Viertel Stunde, dann wollte ich bereits zu dem Date aufbrechen.
Nun stand ich hier, vor diesem jungen Mädchen, das, mittlerweile von anderen umringt, auf dem Bürgersteig Tamperes lag und scheinbar ohnmächtig geworden war.
Schwer kämpfte ich in meinem Inneren um das Richtige.
Ob es das Richtige wäre sie mit nach Hause zu nehmen? Doch was wenn sie jemand suchte? Und wenn man sie bei mir finden würde, was würde dann geschehen?
„Ihr muss doch jemand helfen!“ Drang eine empörte Frauenstimme an meine Ohren und ich fasste kurzerhand einen Entschluss und bückte mich, nahm ihr die Umhängetasche ab und hängte sie mir selber um, ehe ich meinen Mantel auszog, das junge, durchgefrorene Mädchen auf diesen bettete und anschließend auf meine Arme nahm.
Ein eisiger Windhauch strich durch meinen dünnen Pullover, den ich darunter getragen hatte. Doch ich störte mich nicht daran. Weder an der Kälte, noch an den Menschen oder ihren seltsamen Blicken, als ich selbstbewusst mit Aija auf meinen Arme in Richtung meiner Wohnung ging.
Was mich ausgerechnet hierher geführt hatte, in diese abgelegenen Straßen, wusste ich nicht genau. Vielleicht war es Schicksal, dass ich her gekommen war, dass ich sie fand, das ich sie nun auf meinen Armen trug in Richtung einer warmen Wohnung.
Umständlich war es, den schlaffen Körper mit mir zu nehmen und meine Wohnung aufzuschließen. Die Leute schauten verstört, guckten, gafften, wie sie es immer taten. Neugieriges Volk aber auch.
Aija war noch immer in tiefer Ohnmacht, als ich das junge Mädchen auf meinem Bett ablegte, als wir meine Wohnung erreicht hatten.
Vorsichtig bettet ich sie von dem Mantel in die warmen Federn meines Daunenbettes und umlegte ihren dünnen Körper mit eben diesem.
Vorsichtig ließ ich mich am Rand meines Bettes nieder und beobachtete das scheinbar so friedlich schlafende Gesicht dieses Mädchens.
Ob ich ihr wohl helfen konnte? Man musste doch Mutter und Vater davon in Kenntnis setzen, was geschehen war. War überhaupt etwas geschehen?  Ich wusste es selbst kaum.
Das Klingeln meines Telefons riss mich aus meinen Gedanken und ich ging schnell dran, da das junge Mädchen sich unruhig regte. Vielleicht war sie wirklich eingeschlafen und träumte nun schlecht, denn sie schien leicht zu schwitzen.
„Hallo?!“
Am anderen Ende konnte ich eine Frauenstimme ausmachen. Es war Kara, sie fragte, wo ich sei, ich wäre zu spät.
Schlechte Angewohnheit meinerseits Kleine.
„Sorry Kara, aber ich kann nicht. Ich hab hier ein Problem zu bewältigen, was keinen Aufschub duldet!“ Versuchte ich mich heraus zu reden.
Da war doch die Ausreden, die ich haben wollte.
Ob sie zu mir kommen konnte?!
Ein Blick auf die unruhige, langsam wachende Aija verriet mir, dass das keine gute Idee war, weil ich genau wusste, wo so ein Date hinführen würde: Ins Bett.
„Nein, tut mir leid. Vielleicht ein andermal. Muss jetzt auflegen. Bye!“
Und schnell legte ich den ausgeschalteten Hörer beiseite.
Eigentlich bist du dumm Vivian, lässt so eine tolle, geil aussehende Frau für ein junges, problematisches Mädchen sitzen.
Nun gut, wo das Schicksal einen hinführte, eben diesen Weg sollte man auch wählen, denn es würde sicherlich der beste sein.
Als ich erneut auf mein Bett blickte, starrten mir zwei ängstlich dreinblickende Augen entgegen.
Aija war nun aufgewacht und ihr schien es nicht wirklich zu gefallen in einem fremden Bett zu liegen…

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Chapter 5 - Träume

 

Schwärze tauchte das Zimmer in sich ein, als ich meine dunklen Augen aufschlug und mich versuchte zu orientieren. Ich sah nichts, nichts außer dem kleinen Streifen unter der Tür.

Ich hörte Stimmen, die gleichen schon wie die der letzten Tage. Immer wieder die gleichen. Er war es und die beiden anderen. Wo war Mutter? Vermisste sie mich denn nicht?

Ich hatte Angst.

Seit Tagen schon saß ich hier, die Hände auf dem Rücken zusammengefesselt. Immer wieder erzählte er davon, was er gerne mit mir machen wollte, ob ich das auch möchte. Er nannte es das Liebesspiel. Er hatte mir Videos gezeigt, er hatte mir Bilder gezeigt und hatte gesagt nur er würde das mit mir machen, weil ich viel zu fett sei und mich sowieso keiner lieben würde.

Heute war ich soweit, das sich ihm nachgeben würde, wenn er wieder davon anfing. Heute war der Tag, an dem ich all meinen Widerstand aufgegeben hatte.

Schemenhafte Gestalten betraten die nun geöffnete Tür und ich sah ihnen mit ängstlichem Blick entgegen, bevor ich gedemütigt den Blick senkte und die Augen schloss.

Ich hatte ihnen angesehen, dass sie es auch getan hätten, wenn ich nicht aufgegeben hatte. Ich wusste es einfach.

Hart wurde ich zum aufstehen bewegt, wurde auf das nahe stehende Bett geschmissen. Leise Tränen verließen meine Augen und ich schluchzte leise, hatte Angst vor dem, was nun kommen sollte.

Tu das nicht, ich hab dich doch lieb, aber ich hab Angst das tun zu müssen.

„Na, gefällt dir das?!“ Fragte seine tiefe Stimme und ich spürte, wie er mir über meinen ihm Entgegengestreckten Hintern strich, ehe er mich grob auf den Rücken drehte.

Mein herz flatterte vor Angst und meine Kehle schien sich nach und nach zusammen zu drücken. „Bitte… nicht!“ Flüsterte ich flehend, als ich merkte, wie er an meiner Hose herumnestelte. Ich sah die anderen beiden, die uns aus wenigen Metern Entfernung aus hohnvollem Blick zuschauten.

„Schnauze!“ Fuhr er mich an und riss mir mit einem Ruck Hose und Slip vom Leib.

Ich hatte Angst.

Ich hatte wahnsinnige Angst.

„Komm, ich zeig dir wie es sich anfühlt geliebt zu werden!“ Zischte er leise und ich spürte seine warme Spitze zwischen meinen Beinen, die er grob auseinander drückte.

„Und wehe du sagst ein Ton, dann siehst du Sterne!“ Drohte er mir und drang mit einem harten Stoß in mich ein, zerriss das unangetastete Jungfernhäutchen. Ein greller Schrei entfuhr meiner Kehle. Ich wandte mich unter seinen erneuten Stößen, unter dem durchlaufenden Schmerz, der mich nicht losließ.

Ich verkrampfte mich, hoffte dass es bald vorbei gehen würde.

Erneut schrie ich laut auf, als er wieder und wieder brutal in mich vorstieß. „Du sollst still sein!“ Blaffte er mich an und ich spürte wie mich etwas hartes im Gesicht traf. Im nächsten Moment wurde mir schwarz vor Augen, der Schmerz verblasste, ich war hinweg…

Tief Luft holend richtete ich mich auf. War irritiert, wusste nicht wo ich war, sah mich aus angstvollem Blick um, versuchte mich zu orientieren.

Wo war ich?

Ich lag in einem Bett. In einem weichen, flauschigen Bett wie ich es schon so lange nicht mehr hatte kennen dürfen.

Ich lag hier und wusste nicht wieso.

An das Letzte, an das ich mich erinnern konnte, war das ich diesem Mann gegenüber gestanden hatte und fliehen wollte. Fliehen um, meinen Stoff zu bekommen.

Da.

Da saß er, sein Blick noch abgewandt.

Mein Herz stockte, meine Hände begannen wie mein restlicher Körper zu zittern. Ich war angespannt bis aufs Blut.

Was suchte er hier? Wollte er wirklich mehr von mir?

Leicht erschrak ich und sah ihm aus angstvollem Blick entgegen. Starrte zu ihm und regte mich nicht. Nicht einmal, als er ein warmes, sanftes Lächeln auf seine Lippen setzte.

„Hei…“ Erneut lauschte ich seiner Stimme und versuchte im Bett weiter nach hinten zu flüchten.

Noch gut war mir mein Traum in Erinnerung und ich konnte nicht anders als Vivian damit zu assoziieren, obwohl er nie dabei gewesen war. „Lass… mich gehen!“ Flehte ich und Vivian sah mich fragend an, seufzte leise und setzte sich nun etwas weiter von mir weg, auf einen anliegenden Stuhl.

„Pass auf Aija… ich will dir nichts Böses. Ich mache mir Sorgen um dich!“

Verwirrung schien mein Blick auszudrücken, denn er musste grinsen. Er machte sich Sorgen um mich? Jemand sorgte sich um mich? Nein, er musste lügen, doch er sprach weiter. „Wirklich Aija. Ich weiß nicht was geschehen ist, was dir passiert ist. Vielleicht will ich es nicht so genau wissen, aber ich weiß dass ich dir helfen möchte. Bist du…“ Er zögerte kurz und legte den Kopf schief. „Bist du von zu Hause weg gelaufen?!“

War ich von zu Hause weggelaufen?

Vielleicht war ich da, irgendwie, doch es war schon Jahre her.

Niemand hatte mich vermisst und niemand würde mich je vermissen.

Lange schienen die Sekunden zu vergehen, ehe ich mit einem vorsichtigen Blick auf Vivian den Kopf schüttelte.

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*tbc*

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